Pokalfinale

Viking Raiders - Brunswick Lions

Die ganz großen Teams dieser Saison waren bereits früh aus dem Pokalwettbewerb ausgeschieden, sodass das Publikum im Endspiel die achtstärkste gegen die viertstärkste Mannschaft des Ligasystems zu sehen bekam.

Die Viking Raiders, die in ihren Ligaspielen noch die für die Finaltaktik erforderlichen Fremdqualifikationen vervollständigt hatten, waren in ihrer langen und bewegten Vereinsgeschichte drei Mal ins Halbfinale und in der 13. Saison ins Finale gekommen, hatten aber den Cup noch nie gewonnen; Brunswick hingegen hatte seine Existenz ab der 20. Saison gleich mit dem Pokalsieg begonnen, danach aber das Halbfinale nie wieder erreicht. Nach der aktuellen Formkurve waren die Skandinavier als frischgebackene Aufsteiger in die 1. Liga (nach dem 4. Abstieg in der 32. Saison als damals amtierender Erstligameister) besser drauf, während Brunswick, Mitte dieser Saison noch Tabellenführer des Oberhauses, am Saisonende nur auf Rang 3 gelandet war.

Schon nach kurzer Zeit wurde deutlich, dass dieses Spiel in erster Linie von der Spannung leben würde: Brunswick wollte die Ballkontrolle, während die Wikinger vor allem den Spielfluss des Gegners zu stören versuchten und insgeheim auf ihr Glück im Elfmeterschießen spekulierten. Dadurch entstand ein zähes Ringen mit vielen (absolut fair geführten) Zweikämpfen im Mittelfeld, aber nur wenigen Strafraumszenen. Brunswick ließ den Gegner laufen, gelangte aber nicht in die gefährlichen Räume und kam lediglich zu vereinzelten Fernschüssen, die jedoch ihr Ziel ein ums andere Mal verfehlten.

Nach einer halben Stunde war es dann passiert: In einer unübersichtlichen Situation stocherte Birkir Bjarnasson den Ball über die Torlinie der Lions und brachte die Wikinger in Führung. Brunswick musste diesen Schock erst mal verdauen und brachte bis zur Halbzeitpause nichts Konstruktives mehr zustande.

Nach dem Wiederanpfiff ging es genauso weiter wie zuvor: Der Erstligist hatte mehr vom Spiel, die euphorisierten Raiders machten unermüdlich die Räume eng und verteidigten ihren knappen Vorsprung.

Knapp eine Stunde Spielzeit war vorbei, als die Skandinavier ein zweites Mal vor das Tor des Gegners kamen: Nach einem Eckball schraubte sich Stareinkauf Selma Björnsdóttir in die Höhe und köpfte den Ball unerreichbar für den Lions-Keeper ins lange Eck!

Dieser Schock lähmte die Aktionen des Erstligisten, dem außer ein paar weiteren Fernschüssen nichts mehr einfiel und der kurz vor Schluss beinahe noch in einen Konter der Raiders gelaufen wäre, den diese jedoch nicht mehr konzentriert zu Ende spielen konnten.

Aber das war auch gar nicht mehr notwendig, denn diese beiden Glückstreffer reichten den Wikingern, um nach dem Schlusspfiff erstmals den Pokal in die Höhe stemmen zu dürfen. Die unglücklichen Lions hingegen stehen am Ende einer starken Saison mit leeren Händen da - und beide Teams werden in der nächsten Saison auf Augenhöhe im Oberhaus aufeinandertreffen.