Pokalfinale

Steinbock Schilda - Triple Dribble Trouble

Die beiden WP-stärksten Teams des Unterhauses haben es in dieser Saison ins Pokalendspiel geschafft: Für Steinbock Schilda, ein Team mit 25 Saisons Ligaerfahrung, das den Pott vor zehn Jahren bereits einmal in die Höhe stemmen durfte, wäre ein Erfolg das Sahnehäubchen auf einer gelungenen Saison, die den Verein zum fünften Mal in die 1. Liga geführt hat; für Triple Dribble Trouble wäre es der erste Titel in der bisher noch kurzen Vereinsgeschichte.

Nach den Ergebnissen der beiden Aufeinandertreffen in der Liga in dieser Saison müssen die Dribbler hier allerdings mit der Außenseiterrolle vorlieb nehmen: Ihr Heimspiel gegen Schilda endete 1:1, während Schilda das Rückspiel mit 2:0 für sich entscheiden konnte. Dennoch war das, was beide Vereine hier auf den Platz stellten, inklusive Härte exakt gleich viel, denn trotz erkennbarer Ehrfurcht vor dem Gegner wollten sich die Dribbler nicht kampflos geschlagen geben: "Schilda ist ein verdienter Meister, aber den Pokal will ich!" hatte Manager Funk vor der Begegnung der Presse angekündigt.

Und die Begegnung begann mit einem Paukenschlag: Ausgerechnet Katercarlo, den die Dribbler erst in der letzten Handelsrunde als Notnagel von der Transferliste verpflichtet hatten, mogelte sich in der zweiten Spielminute in den Strafraum der Steinböcke und fälschte einen Fernschuss eines Mannschaftskameraden unhaltbar für den gegnerischen Torwart ab.

Dieser frühe Treffer spielte den Dribblern voll in die Karten: Nun konnten sie sich kompakt hinten rein stellen und auf Konter warten, während Schilda mit dem daraus resultierenden Ballbesitz lange Zeit wenig anfangen konnte. Erst kurz vor dem Pausenpfiff kamen die Steinböcke durch ein ungeschicktes (und mit einer Verwarnung geahndetes) Foulspiel von Nachwuchsspieler Chip Pass zu einer guten Möglichkeit: Neuzugang Drecksack, in dieser Saison zu einer Führungspersönlichkeit seines Teams gereift, fasste sich ein Herz und zirkelte den Ball vom Strafraumeck in den Winkel des gegnerischen Kastens.

Auch in der zweiten Halbzeit wurde rasch deutlich, dass die Zuschauer sich auf eine zähe Angelegenheit einstellen mussten: Schilda kontrollierte weiterhin Ball und Gegner, die Dribbler standen tief und liefen alle Lücken zu. Keines der beiden Teams konnte jedoch seine spärlichen Chancen nutzen (den gefährlichsten Angriff der Steinböcke stoppte Through Ball mit einem taktischen Foul kurz vor der Strafraumgrenze), sodass die Begegnung nach 90 Minuten keinen Sieger gefunden hatte.

Auch in der Verlängerung änderte sich jedoch nichts am Spielverlauf - bis direkt vor dem letzten Seitenwechsel. Chip Pass, der seinen Fehler beim Ausgleich unbedingt ausbügeln wollte, hatte bei einem Konter noch genügend Körner für einen Sprint über das ganze Feld, bekam den Ball mustergültig in den Lauf gespielt und drückte ihn eiskalt am Torwart der Steinböcke vorbei in die Maschen.

Nun musste der Favorit "Alles oder Nichts" spielen, um wenigstens noch das Elfmeterschießen zu erreichen. Aber die Dribbler behielten ihre Formation konsequent bei und machten die Räume eng. Und so kam es, wie es kommen musste: Als Schilda in der Schlussminute auch noch den Torwart nach vorne warf, erlief Head Ball, der beste Torschütze der Dribbler in dieser Saison, einen Befreiungsschlag und schaufelte den Ball fast von der Mittellinie ins leere Tor des Gegners.

Damit hat eindeutig das glücklichere Team gewonnen und nicht das taktisch bessere. Aber so ist das nun mal im Pokal: Wenn nur eine einzige Begegnung entscheidet, dann hat jeder eine Chance - auch wenn diejenige der Dribbler heute weniger als halb so groß gewesen war wie die ihres Gegners.